Mit der Fahrrad zur Kirschblüte

Im Weinbaugebiet Leithaberg gibt es untertags warme Winde vom Neusiedler See und nachts kühle vom Leithagebirge. Das mögen beide gerne, Weinrebe und Kirschbäume. Jois war ein Teil der königlichen Herrschaft Ungarisch Altenburg, die im Jahre 1758 von Kaiser Franz I. Stephan, dem Gemahl Maria Theresias, gekauft wurde. Unter der Verwaltung der Habsburger wurden zur Intensivierung der Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen neben dem Wein auch Kirschbäume gepflanzt.

weinbaugebiet leithaberg
Die Naturparkgemeinden Donnerskirchen, Purbach, Breitenbrunn, Winden und Jois.

Den Kirschblütenradweg B12 beginnt man am besten in Jois. Jois liegt nördlich vom Neusiedler See in den zum See abfallenden Weinrieden des Leithagebirges. Jois ist gut mit dem Auto über die B50 von Norden, A4, und von Süden, A3, erreichbar. Auch öffentlich kommt man nach Jois. Jois liegt an der Pannonia Bahn. Die Pannonia Bahn verläuft an den Ausläufern des Leithagebirges, und führt von Neusiedl nach Eisenstadt. Es gibt alle 15 Minuten nach der vollen Stunde eine direkte Verbindung von Wien Hbf. In 47 Minuten ist man mit dem REX 64 in Jois. Die Fahrradmitnahme im Zug ist begrenzt möglich.

Parken in Jois

Der Tourismusverein Jois ersucht Tagesgäste, ihre PKWs am Parkplatz unter der Pfarrkirche, am Andreas-Strobel-Weg oder beim Bahnhof abzustellen. Alle 3 vorgeschlagenen Parkmöglichkeiten sind nahe der Josef-Haydn Gasse, auf der der Kirschblütenradweg B12 in nördlicher Richtung aus dem Ortszentrum hinaus führt.

Am Beginn des Kirschblütenradweges B12.

Vom Ausgangspunkt des Kirschblütenradweges an der Kreuzung Obere Hauptstraße/Josef-Haydn Gasse geht es durch Jois die Josef-Haydn Gasse hinauf in Richtung Bundesstraße B 50. Diese überqueren wir und fahren auf der Brucker Gasse weiter geradeaus. Schon bald lassen wir die letzten Häuser der Ortschaft hinter uns und sind auf dem Güterweg Jois-Trift unterwegs. Die Weinriede, in dessen Bereich die abgebildeten Kirschbäume stehen, wird Gritschenberg genannt.

kirschblüte am gritschenberg in jois
Kirschbäume am Gritschenberg in Jois

Am Waldrand oberhalb von Jois liegt der Ochsenbrunnen, dessen Wasser von einer Quelle stammt. Wanderer und Radfahrer können davon trinken und ihre Flaschen auffüllen. Daneben gibt es einen Teich mit Seerosen und Libellen und eine schöne Aussicht auf Jois und den Neusiedler See. Das ist ein kleiner Abstecher vom wert, insbesondere an heißen Tagen, wo man den Schatten unter alten Bäume sucht. Tische und Bänke, um sich für die Einnahme einer mitgebrachten Jause nieder zu lassen, gibt es auch.

Kirschblüte in Jois
Kirschblüte in Jois

Im Norden grenzt Jois an den Truppenübungsplatz Bruckneudorf. In der Region um Bruck an der Leitha drangen im 18. Jahrhundert ständig Aufständische gegen die Herrschaft der Habsburger aus Ungarn ein. 1857 entstand deshalb ein großes Militärzeltlager und im Jahre 1866 ein Truppenlager. In den Jahren 1913 bis 1915 erfolgte eine Vergrößerung des Übungsplatzes. Im Jahr 1914 trafen die ersten russischen Kriegsgefangenen ein. Es wurde ein Spital im Brucker-Lager errichtet, das während des Krieges ständig mit 2.000 bis 3.000 Soldaten belegt war.

Kirschblüte am Schieferberg in Jois
Kirschblüte am Schieferberg in Jois

Vom höchsten Punkt am Kirschblütenradweg im Bereich der Hubertuskapelle, einer Kapelle, die dem hl. Hubertus, dem Schutzheiligen der Jagd, geweiht ist, auf zirka 200 m Seehöhe, hat man einen schönen Blick auf Tannenberg und Hackelsberg. Das Naturschutzgebiet Tannenberg und Hackelsberg mit ihren Trockenrasen werden wegen ihrer im Frühling blühenden Adonis, Traubenhyazinthe und Trauer-Nachtviole und wegen der vielen hier nachgewiesenen Schmetterlingsarten, wie z.B.  Schwalbenschwanz, Schachbrett und Widderchen gerne von Wanderern aufgesucht.

Tannenberg und Hackelsberg am Neusiedler See Radweg
Trockenrasen am Tannenberg und Hackelsberg

Am Kirschblütenradweg nördlich von Winden durchqueren wir die Riede Zeilerberg. Sie ist am Fuße des Kobels, einer 250 m hohen, dem Zeilerberg vorgelagerten Erhebung des Leithagebirges, gelegen. Das Besondere am Zeilerberg ist, dass es hier die einzige Naturhöhle des Burgenlandes gibt. Knochen von eiszeitlichen Höhlenbären, Hyänen und Wölfen wurden in der Bärenhöhle gefunden. Das vollständige Skelett eines Höhlenbären befindet sich im Turmmuseum von Breitenbrunn. Am Gipfel des Zeilerberges wurde bronze- und hallstattzeitliche Keramik gefunden.

Kirschblüten am Radweg
Kirschblüten am Fuße des Kobels

Am Kirschblütenradweg fahren wir durch die Rieden Ludl-Loch und Vierhölzer des Wienbaugebietes Leithaberg. Der Anbau von Süßkirschen (Prunus avium) in der Region Leithaberg auf Wein- und Ackerflächen begann im 18. Jahrhundert. Der Verkauf der Kirschen auf den Wiener Märkten durch die Frauen der burgenländischen Weinbauern brachte ein Zusatzeinkommen. Die Leithaberger Edelkirsche wurde mit der Nr. 78 in das Register des Kulinarischen Erbes Österreich aufgenommen.

kirschblüte
Blühende Kirschbäume in den Rieden Ludl-Loch und Vierhölzer

Vier aneinadergereihten, leicht überwachsenen Keller, giebelständigen Steinhäuser in einer Reihe mit Rundbogeneingang und mit einem mit Holzfensterladen geschlossenem Giebelfenster begegnet man am Kirschblütenradweg in Weiden kurz vor der Einmündung in den Güterweg Winden am See-Vierholzerweg. Von der Gärung über die Lagerung bis zur Abfüllung des Weins passiert alles in für das Weinbaugebiet Leithaberg typischen Weinkeller

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Weinkeller am Kirschblütenradweg in Winden

Etwa zwei Kilometer nordwestlich des Ortskernes von Winden am See liegt in der Flur „Rübäcker“ („Hutweide“) eine jungsteinzeitliche Siedlungsfläche, wo Reste eines neolithischen Gefäßes aus ganz feinem, rötlichgrauem Ton gefunden wurden, deren Oberflächen sorgfältig geglättet sind. Die ganze Oberfläche ist mit zarten Linien, welche durch langschmale kleine „Notenköpfe“ unterbrochen sind, verziert. Es handelt sich um ein Figuralgefäß, das anhand der Verzierung der Linearbandkeramik zugeordnet werden kann.

bluehender kirschbaum
Blühende Kirschbäume neben einem Weingarten in der Riede Ludl-Loch

Die Linearbandkeramische Kultur ist die älteste bäuerliche Kultur der Jungsteinzeit Mitteleuropas. Die Bezeichnung „Bandkeramik“ führte 1883 der Historiker Friedrich Klopfleisch ein, abgeleitet von der charakteristischen Verzierung der keramischen Gefäße, die ein Bandmuster aus eckigen, spiral- oder wellenförmigen Linien aufweisen.

kirschblütenradweg B12
Am Kirschblütenradweg vor der Einmündung in die Kaisersteinbrucher Straße

Historische Kellergasse in Breitenbrunn am Neusiedler See. Grasbewachsene giebelständige Erdkellerröhren aus dem 19. Jahrhundert mit niedrigen Schildmauerfassaden aus Natursandstein vom Steinbruch im nahegelegenen Leithagebirge. Sandstein ist ein reines Sedimentgestein und besteht größtenteils aus Quarzsandkörnern. Die tragenden Rundbögen über den Kellereingänge ragen zum Teil in die Giebelfront. 

kellergasse breitenbrunn
Kellergasse in Breitenbrunn am See

Der Kirschblütenweg in Breitenbrunn ist eine Straße, die auf beiden Seiten von Kirschbäumen gesäumt ist. Sie verläuft um das Thenau-Riegel Naturschutzgebiet herum. Die pannonische Trockenrasensteppe wird mit Rindern beweidet, um die allmähliche Verwandlung in Gebüsche und lichte Wälder hintanzuhalten. Der Thenau-Riegel ist weithin bekannt wegen der Blütenpracht der Zwerg-Schwertlilie, Iris pumila, in der er sich jedes Jahr Anfang April zeigt.

kirschblütenweg in Breitenbrunn am neusiedler see
Der Kirschblütenweg in Breitenbrunn

Am Ausgang des Gutenberggrabens in der Weinriede Zottern verlassen wir das Ortsgebiet von Purbach. Der Güterweg Purbach-Spitzkreuz, auf wir uns Donnerskirchen annähern, ist gesäumt von blühenden Kirschbäumen. Im Juni, wenn die Kirschen reif werden, beginnen die Vögel die Kirschen zu fressen. Die wild wachsenden Kirschen heißen deshalb auch Vogelkirschen, Prunus avium, von lateinisch avium der Vogel. Die Vogelkirsche hebt sich im Frühling durch ihre schneeweissen Blüten eindrücklich vom Wald ab. 

Zwischen Purbach und Donnerskirchen sind wir zwischen der Frühbraune aus Purbach und der Donnerskirchner Blaukirsche unterwegs. Die Frühbraune Kirsche aus Purbach ist eine sehr kleine, schwarze Herzkirsche mit dunkelrotem Fruchtfleisch. Sie schmeckt aromatisch und süß. Die Donnerskirchner Blaukirsche ist eine früh reifende, kleine, dunkelrote, leicht herzförmige Kirsche, die intensiv süß schmeckt.

wo ist die kirschblüte am schönsten
Weingärten und Kirschblüten am Fuße des Grünwaldberges

Am Neusiedler See Radweg B10, der  auf dieser Strecke auch Jubiläumsradeg R1 heißt, geht es wieder zurück zum Ausgangspunkt in Jois. Jubiläumsradweg heißt er deshalb, weil das Burgenland vor 100 Jahren, 1921, nach dem Zerfall der Habsburger Monarchie am Ende des Ersten Weltkrieges aufgrund des Friedensvertrages von St. Germain zu Österreich kam.

B10 neusiedler see radweg
Am Neusiedler See Radweg B10

Wo fließt die Wulka durch?

Die Wulka war einst ein weit verzweigter Fluss mit zahlreichen Mäandern doch in den 1950er Jahren wurde das Flussbett größtenteils sehr straff reguliert. Lediglich im Bereich der Mündung in den Neusiedler See ist sie am landseitigen Rand des Schilfgürtels noch relativ naturbelassen. Im Schilfgürtel selbst verliert der Fluss seinen linearen Lauf und verzweigt sich in zahlreiche Nebenarme.

die wulka als einziger zufluss des neusiedler sees
Verlauf der Wulka

Die Wulka ist der einzige natürliche Zufluß des Neusiedler Sees.

Die Wulka ist das Fließgewässer, das in den Neusiedler See mündet. Sie entspringt im Rosaliengebirge im Naturpark Rosalia-Koglberg im Bereich des zirka 750 m hohen Heuberges, fließt südlich von der Burg Forchtenstein durch das Wulkatal in die Wulkaebene und mündet nach 38 km bei Donnerskirchen in den Neusiedler See.

Kirschblüten Wanderung

Wenn sich die Kirschblüte im Burgenland langsam dem Ende zu neigt, beginnt die Kirschblüte in der Scharten. Die Scharten befindet sich auf halbem Weg zwischen Wels und Eferding. Der Name »Scharten« leitet sich von den Geländeeinschnitten ab, die den südlich des Eferdinger Beckens gelegenen Höhenrücken durchziehen.

Weiße Blüten wilder Kirschen

wilde Kirschblüten
Blüten einer Wildkirsche

Eine Kirschblüte verfügt über 5 weiße Kronblätter, die von 5 Klechblättern umgeben sind. In der Blüte sieht man viele Staubblätter, weiße Stengel mit grünem Kopf, den Staubbeutel. Die Staubblätter umgeben einen Stempel, der aus einem Stengel, dem Griffel, und einer herzförmigen Narbe besteht. Die Narbe ist das weibliche Pollen aufnehmende Organ der Blüte. Die Pollen werden von den Staubbeutel produziert und müssen zu einer anderen Blüte kommen, um befruchtend sein zu können.

leppersdorf
Kirschblüten am Wiesenrand

1905 erbohrte Herr Mayrzedt in Leppersdorf eine warme Quelle. Er leitete das Wasser nicht nur auf seine Hausmühle, die im Winter nie mehr einfror, sondern auch in seine Badstube. Es zeigte sich, dass das warme Wasser Gelenksschmerzen linderte. 1926 wurde deshalb ein Badehaus eröffnet. Nachdem das Wasser allmählich weniger wurde, hat Otto Burger die Erzeugung einer Limonade, der „Schartner Bombe“, im Hoftrakt seines Elternhauses in Linz etabliert.

Kopfweiden am Kirschblüten Wanderweg in Scharten
Kopfweiden am Kirschblüten Wanderweg in Scharten

Baumartig wachsende Weiden wurden früher als Kopfweiden genutzt, da sie nach dem Verlust der primären Sprossachse neu aus dem Stumpf austreiben.  Als Kopfweide bezeichnet man eine Weide, deren Stamm als Jungbaum eingekürzt wurde und deren Zweige in der Folge regelmäßig geschnitten wurden. Früher wurden die Äste der Kopfweide häufig für die Herstellung von Besen- und Werkzeugstielen benutzt. Einjährige Triebe wurden zum Korbflechten verwendet.

Die sanfte Hügellandschaft der Scharten
Die sanfte Hügellandschaft der Scharten

Scharten liegt im nördlichen Bereich des Alpenvorlandes, in der sogenannten Molassezone. Diese besteht hauptsächlich aus den Abtragungsprodukten älterer Gesteine der sich hebenden Alpen. In der Folge wurden die Sedimente von den Flüssen wieder abgetragen. Dies geschah im nördlichen Bereich der Molassezone nahe der Donau stärker als im südlichen Bereich, wodurch das entstandene Hügelland gegen Norden immer niedriger wird und schließlich im Eferdinger Becken von der Donau völlig abgetragen wurde. 

vogelkirsche
Vogelkirschblüten am Wegesrand

Am Rande einer Streuobstwiese gibt es auch einige blühende Vogelkirschbäume. Die Vogelkirsche, Prunus avium, leitet sich vom lateinischen Wort avis für Vogel ab und bezieht sich auf die Früchte, die gerne von Vögeln gefressen werden. Die Früchte der Vogelkirsche sind klein und schwarz. Das Fruchtfleisch schmeckt bittersüß. Von der Wildform Vogelkirsche sind die Zuchtformen Knorpelkirsche und Herzkirsche abgeleitet. Während Herzkirschen weiches Fruchtfleisch haben, zeichnen sich Knorpelkirschen durch ein festes und knackiges Fruchtfleisch aus.

kirschblüte scharten
Wilde Kirschblüte am Kirschblütenwanderweg in Scharten

Vom Kirschblütenweg auf einer Anhöhe östlich von Leppersdorf sieht man in das Innbachtal. Der Innbach entspringt am Rande des Hausrucks und verläuft in nordöstlicher Richtung. Nach Bad Schallerbach wird das Innbachtal weiter und der Innbach macht immer stärkere Schlingen auf seinem Weg zur Donau. Vor seiner Mündung in die Donau nach dem Kraftwerk Ottensheim nimmt er noch die Aschach auf, die den nördlichen Hausruck entwässert.

Wo fließt der Innbach?

der innbach
Der Innbach

Die Bäche von Scharten entwässern alle in den Innbach, der durch das Hügelland zieht und in die Donau entwässert. Der Innbach hat eine Länge von etwa 53 km und entspringt entspringt in 600 m Höhe in der Ortschaft Kohlgrube in der Gemeinde Wolfsegg am Hausruck. Er verläuft in nordöstlicher Richtung, vereinigt sich nach Eferding mit der Aschach und mündet unterhalb des Donaukraftwerkes Ottensheim-Wilhering in die Donau.

Blühende Kirschbäume auf einer Streuobstwiese
Blühende Kirschbäume auf einer Streuobstwiese

Auf einer Streuobstwiese wachsen typischerweise alte, robuste Obstsorten, die wenig anspruchsvoll bezüglich Boden und Klima sind. Klassischer Weise findet man auf einer Streuobstwiese Äpfel und Birnen für die Mosterzeugung. Kirschbäume auf einer Streuobstwiese sind Relikte traditionellen Obstanbaus, deren Erhaltung zur Verschönerung der Landschaft sich das Obst-Hügelland verschrieben hat.

Große alte Kirschbäume am Feldwegrand
Große alte Kirschbäume am Feldwegrand

Große alte Kirschbäume am Wegesrand sind ein prägendes Landschaftselement. In der Krone eines freistehenden, ausgewachsenen Kirschbaumes können sich bis zu einer Million Blüten befinden, die Nektar für Bienen liefern. Die Bienen wiederum sorgen für die Bestäubung der Kirschblüten, die zur Befruchtung auf Kreuzbestäubung angewiesen sind.

Bestäubung der Kirschblüte
Bestäubung der Kirschblüte

Die 5 weißen Kronblätter einer Kirschblüte dienen als Anlockungsorgane, die Staubblätter und Stempel dienen der Bestäubung, der Übertragung des Pollens mit den darin befindlichen Spermienzellen. Die Staubbeutel platzen und geben den Pollen frei, der den Bienen als Nahrungsmittel dient. Viele Pollenkörnchen  bleiben an den Hinterbeinen der Bienen haften und gelangen so auf die feuchte Oberfläche der Narbe.

Kirschblütenzeile
Kirschblütenzeile in der Scharten

Kirschen benötigen Winterkälte, um im Frühling blühen zu können. Der tatsächliche Beginn der Kirschblüte hängt jedoch vom aktuellen Wetter ab. Wenn´s schnell warm wird, dann blühen sie früher, wobei es auch vom Standort abhängig ist. Die Kirschbäume im Burgenland zum Beispiel blühen früher als die Kirschbäume in der Scharten.

Blühender alter Kirschbaum
Blühender alter Kirschbaum

Kirschblüten, das größte Ereignis des Frühlings. Nichts steht mehr für Frühling wie ein blühender Kirschbaum. Kirschbäume werden typischerweise um die 15-30 Jahre alt. Die wunderschönen alten Kirschbäume läuten jedes Jahr die neue Saison ein. Kirschblüten sind ein Symbol des Frühlings, einer Zeit der Erneuerung. Nachdem sich die Schönheit der Kirschblüten etwa zwei Wochen lang gezeigt hat, beginnen die Blüten zu fallen.

Graswiese mit Kirschbäumen am Feldrand
Graswiese mit Kirschbäumen am Feldrand

Eine flächige Pflanzendecke mit Kirschbäumen am Feldrand verringert die flächenhafte Abtragung, die Erosion. Erosion ist das Gegenstück zur Sedimentation, der Ablagerung. Scharten liegt im nördlichen Bereich des Alpenvorlandes, in der sogenannten Molassezone. Den geologischen Untergrund bilden marine Ablagerungen. Diese bestehen hauptsächlich aus den Abtragungsprodukten älterer Gesteine, die im Bereich der Donau wieder abgetragen wurden, so dass das Hügelland gegen Norden immer niedriger wird und schließlich ins Eferdinger Becken übergeht. 

Einnetzung von Kirschenkulturen im Naturpark Obst-Hügel-Land
Einnetzung von Kirschenkulturen im Naturpark Obst-Hügel-Land

Neben verstreut stehenden hochstämmige Kirschbäumen findet man in der Scharten auch den modernen, intensiven Anbau von niederstämmigen Kirschbäumen in Monokultur. Kirschbaumkulturen werden im Naturpark Obst-Hügel-Land in der Scharten mit engmaschigen Netzen verhüllt, damit sich die Kirschessigfliege nicht über die Kirschen hermachen kann. Die begatteten Weibchen der Kirschessigfliege haben einen Raspelapparat am Bauch, mit dem sie die dünne Haut beschädigen, um ein Ei in die Frucht zu legen. Der Befall an den Früchten zeigt sich durch kleine Beschädigungen und eingedrückte weiche Flecken an der Oberfläche. 

Der Predigtstuhl im Schartner Forst
Der Predigtstuhl im Schartner Forst

Ein geheimer Versammlungsort in Scharten war der „Predigtstuhl“ im großen Forst, wo im Schutz des Waldes Bibelstunden abgehalten wurden. Der Predigtstuhl erinnert an die im Dunkeln des Waldes im Geheimen abgehaltenen evangelischen Gottesdienste. In der Zeit der Gegenreformation wurde versucht, die Menschen mit Gewalt zur katholischen Kirche zurückzuführen. Jene die das nicht wollten, sahen sich zum Geheimprotestantismus gezwungen.

Bienenerlebnisweg
Bienenerlebnisweg am Kirschblütenwanderweg

Kirschblüten produzieren Nektar, der Duftstoffe enthält, die die Bienen anlocken. Beim Besuch einer Kirschblüte, haften sich Pollen an die Hinterbeine der Bienen, die sie an der Narbe der nächsten Blüte abstreifen. Für die Bestäubung der Kirschblüten werden im Naturpark Obst-Hügel-Land viele Bienenvölker gehalten. Der Bienenerlebnisweg bietet die Möglichkeit, die Welt der Bienen kennen zulernen. Auf Schautafeln erfährt man, wie Honig gemacht wird und in einem Schaustock kann man lebende Bienen in Augenschein nehmen.

Wallfahrtskirche Maria Scharten
Wallfahrtskirche Maria Scharten

Wer sich Scharten nähert, nimmt schon von weitem den Turm der Wallfahrtskirche mit seinem barocken Zwiebelhelm wahr. Der Ursprung der Marienwallfahrt reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Im Barock war Maria Scharten die größte Wallfahrt im damaligen Oberösterreich, dem Land ob der Enns. Die wunderschöne Himmelskönigin Maria vom Hochaltar ist die Schutzpatronin der Obst- und Mostbauern. Die Gläubigen suchten Zuflucht und Heilung bei Wetter- und Wassergefahren, bei Krankheiten und körperlichen Gebrechen, bei Pestepidemien und in Kriegszeiten.

Das Eferdinger Becken
Eferdinger Becken

Obstplantagen prägen das Landschaftsbild des Schartner Hügellandes. Das Eferdinger Becken erstreckt sich beidseitig der Donau von Aschach bis Ottensheim. Die namensgebende Stadt Eferding befindet sich im Westen des südlich der Donau gelegenen Teils der Ebene. Der Raum wurde durch den Druck der Alpen gegen die Böhmische Masse abgesenkt. Die Randlagen des Granithochlands des südliche Mühlviertels und das Schlierhügelland der Molassezone, das Hausruckviertler Hügelland, bilden die Umrahmung des Eferdinger Beckens.

Große alte Kopfweide
Große alte Kopfweide

Eine mächtige Kopfweide am Wegesrand. Kopfholzbäume können im Alter mächtige Stämme entwickeln und bizarre Formen annehmen. Sie sind oft reich an Höhlen. Kopfweiden sind ein wichtiger Lebensraum für Vögel, wie Steinkauz, Wendehals, Dorngrasmücke, Wiedehopf, Kleinspecht, Feldsperling, Goldammer, Gartenrotschwanz, Grauschnäpper, Blau-, Kohl-, Sumpf- und Weidenmeise. Auch Käfer, Schmetterlinge, die Glänzende Holzameise, Hornissen, Wespen, und Wildbienen sind auf Weiden angewiesen. Sie leben im Mulm, der Humusansammlung im Kopfinneren. 

Das Schartner Hügelland fällt sanft zum Eferdinger Becken ab
Das Schartner Hügelland fällt sanft zum Eferdinger Becken ab

Das Eferdinger Becken, das sich aus dem Eferdinger Landl und dem Feldkircher Landl zusammensetzt, ist eine Ebene an der Donau zwischen Aschach und Ottensheim. Die Donau tritt bei Aschach in das Eferdinger Becken ein und verlässt es bei Wilhering. Das Eferdinger Becken zählt neben dem Marchfeld und dem Machland zu den wichtigsten Gemüseanbauregionen Österreichs. Die Stadt Eferding ist Hauptstadt des Bezirkes Eferding. Sie bildet eine Verwaltungsgemeinschaft mit dem Bezirk Grieskirchen.

Wallfahrtskirche Maria Scharten
Wallfahrtskirche Maria Scharten

Als 1629 die Pest in Eferding wütete, empfahl der Pfarrer den Gläubigen eine Wallfahrt nach Maria Scharten. In der Folge entwickelte sich Maria Scharten zum größten Wallfahrtsort des Landes ob der Enns. 1646 kam Kaiser Ferdinand III., um die Hilfe der Gottesmutter in der Not des Dreißigjährigen Krieges zu erflehen. 1684 kam Kaiser Leopold I. mit seinem gesamten Hofstaat nach Scharten, um dem Himmel nach monatelanger Belagerung Wiens durch die Türken für die glückliche Errettung Dank zu sagen.

Portal der Wallfahrtskirche Maria Scharten
Portal der Wallfahrtskirche Maria Scharten

In der Schartner Wallfahrtskirche sind drei Altäre aufgestellt. Der Hochaltar ist der seligsten Jungfrau Maria gewidmet. Der Linke Seitenaltar zeigt eine Darstellung der „Geburt Christi“ des Linzer Malers Johann Baptist Reiter. Der Kreuzaltar rechts stammt aus der ursprünglichen barocken Einrichtung. Das Altarblatt „Christus am Kreuz“ stammt ebenfalls von Johann Baptist Reiter und kam 1835 dazu. Das Aufsatzbild zeigt Gottvater als Schöpfer der Welt.

Innenraum der Wallfahrtskirche Maria Scharten
Innenraum der Wallfahrtskirche Maria Scharten

Einschiffiges, vierjochiges, bis auf die gotische Fronbogenleibung, dem Chorbereich vorgelagerte Querwand mit großer bogenförmiger Öffnung, barockisiertes Langhaus mit eingezogenen Streben und Stichkappentonnengewölbe. Gotischer zweijochiger Chor mit Fünfachtel Variante des polygonalen Abschlusses mit Architekturmalerei im Stil des Rokoko anstelle der Gewölberippen. Die Triumphbogenlaibung ist mit zierlichen Dienststäben versehen. Hochaltar mit 2 Seitenaltären.

der hochaltar in maria scharten
Hochaltar von Maria Scharten

Der Hochaltar wurde von dem Kremser Bildhauer Josef Carl Hofer in den Jahren 1767 bis 69 geschaffen. Er zeigt Maria als Himmelskönigin, eine von einem vergoldeten Rocaillerahmen umgebene, spätgotische Gnadenstatue. Maria wendet sich dem Jesukind zu, das ihr einen Apfel entgegenhält. Der Apfel in der Hand des Kindes gilt als Symbol der Erlösung und kennzeichnet Maria als »neue Eva«. Manche sehen im Apfel einen Hinweis auf das an Obst reiche Scharten.

Evangelische Toleranzkirche Scharten
Evangelische Toleranzkirche Scharten

Das älteste „Bethaus“ der evangelischen Kirche A. B. in Oberösterreich steht in der Gemeinde Scharten. Aufgrund des 1781 von Kaiser Joseph II. erlassenen Toleranzpatents, welches den A-Katholiken, wie die Evangelischen früher genannt wurden, die Gründung einer Gemeinde erlaubte, wurde 1782 von der evangelischen Bevölkerung in Scharten ein hölzernes Bethaus errichtet, nachdem sie anfangs Gottesdienste in einer Scheune abgehalten hatten. Im 19. Jahrhundert wurde dann das Verbot, Türme zu bauen, aufgehoben und ein Glockenturm nachträglich hinzugefügt.

Innenraum der Toleranzkirche von Scharten
Innenraum der Toleranzkirche von Scharten

Saalartiger Innenraum mit stirnseitigem Altar, mit Altarbild von einem Gmundner Künstler aus dem Jahr 1877. Das Taufbecken ist vor dem Altar und die Kanzel daneben. Die umlaufende Empore wird durch Granitsäulen aus dem Kloster Pupping gestützt. Dem evangelischen Leben in Oberösterreich setzte der katholische Landesherr Ferdinand II 1620 ein Ende. Jene Evangelischen, die sich nicht zum Glaubensbekenntnis des Landesherrn bekannten, mussten auswandern oder den Glauben im Geheimen leben.

Evangelische Gemeinde Scharten
Evangelische Gemeinde Scharten

Evangelische Bauern, die nicht auswanderten, versuchten sich, gegen die erzwungene Katholisierung  zu wehren. Dabei fanden am 9. November 1626 am Fuß des Schartner Hügellandes 3000 Bauern den Tod. Nach der mehr als 150 Jahre dauernden Epoche des Geheimprotestantismus gründete Paul Hehenberger aus Roitham die evangelische Pfarrgemeinde Scharten. Anfangs wurden Gottesdienste in der Scheune von Hehenberger abgehalten, zu denen zwischen 300 und 500 Menschen kamen.  

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